Die Veranstaltungsreihe „Bildung im Kapitalismus“ dauert vom 29.1.2009 bis zum 1.6.2009 und wird von Avanti-Hamburg und den GEW-Studies organisiert.
DIE VERANSTALTUNGEN:
KOMMENDE
Reproduktion von Rassismus im Bildungssystem
Do. 19. Mai, 18h // Centro sociale
Im Bildungssystem der BRD reproduzieren sich nicht nur Strukturen des Kapitalismus, sondern oft auch die rassistisch strukturierter Gesellschaften. Nicht ohne Grund sind „Jugendliche mit Migrationshintergrund“ überproportional auf Sonder- und Hauptschulen vertreten und bekommen bei gleicher Leistung oft keine Empfehlung fürs Gymnasien.
Inwieweit die pädagogischen Reaktionen auf die Migration und Kultur-Rassismus – z.B. die „interkulturelle Pädagogik“ – dieser Ungleichbehandlung etwas entgegensetzt oder gar noch verstärkt, werden wir mit Dr. Andreas Hieronymus (Geschäftsführer Institut für Migration und Rassismusforschung, Hamburg) diskutieren.
Der Countdown läuft – Mobilisierungs- und infoveranstaltung zum Bildungsstreik 2009
Fr. 05.06.2009, ab 17h, Centro Sociale
15.-19. Juni: BILDUNGSSTREIK2009
VERGANGENE
Emanzipation und Bildung: Was heißt Politische Bildung von unten?
Di. 21. April, 18h // UNi Hamburg // VMP 8, R105
Als die Kunst den Verhältnissen blind zuzustimmen bedient Politische Bildung die Befestigung von Herrschaft und kolonisiert den (Konsum-)Alltag durch die Unterdrückung von Alternativen zu Kapitalismus, Rassismus, Sexismus… Gegen diesen Reduktionismus hat sich Bernhard Claußen in seiner langjährigen Funktion als Professor stets gewendet und die Auseinanderstzung um Fragen der Emanzipation von Herrschaft und einer Kritischen Theorie der Politischen Bildung durch zahlreiche Publikationen und Veranstaltungen bereichert. An diesem Abend möchten wir mit seiner Unterstützung Verbindungslininen von Alltag, Politischer Bildung und Emanzipation erkunden und weitere Fragen gemeinsamen aufklären.
„Bildungsstreik: Geil oder Scheiße?“
Mi. 08. April, 19h // Centro Sociale
Für die Woche vom 15.-19. Juni wird ein Bundesweiter Bildungsstreik vorbereitet.
Das es eine grosse Unzufriedenheit bei so gut wie allen im Bildungsbereich Tätigen (Lehrerinnen, Studierenden, Schülerinnen, KiTa-Beschäftigte, Eltern…) gibt, wurde bei diversen Protestaktionen der letzten Zeit deutlich (Schülerstreik2008, Lehrerinnen-Proteste, KiTa-Streiks…)
Ob und wie es gelingen kann eine gemeinsame Bewegung für grundlegende gesellschaftliche Veränderungen im Rahmen eines Bildungsstreiks zu organisieren, diskutieren wir mit EUCH am Mittwoch, den 8. April 2009.
MIT: Florian Wilde (Interventionistische Linke)
10.02.2009, 19:30
Lernverhältnisse im High-Tech-Kapitalismus. Zwischen Selbstaktivierung und der Organisation von Ungleichheit.
Mit Christina Kaindl (Berlin).
Centro Sociale
Die aktuellen Debatten und die institutionellen Veränderungen von Lern- und Bildungsprozessen an Schulen und Hochschulen hängen mit der neoliberalen Restrukturierung des Kapitalismus eng zusammen. In der Auseinandersetzung um Bildung und Lernen treffen sich nämlich mindestens drei zentrale Stränge der Umwälzung der neuen Produktionsweise des High-Tech-Kapitalismus:
1.) Die Umgestaltung des Bildungssystems und der Bildungsverfasstheit nach Maßgabe des verschlankten ‚aktivierenden Staates’,
2.) die Umgestaltung der Bildungsinhalte nach Anforderungen des High-Tech-Kapitalismus und
3.) die Umarbeitung der Lebens- und Verhaltensweisen als dauernde Bereitschaft zum (lebenslangen) Lernen, was eine quasi verallgemeinerte Lernhaltung meint.
Klaus Holzkamp hat bereits 1973 in seinem Buch Sinnliche Erkenntnis den Benotungsstandpunkt der Lehrer_innen in der Schule mit dem Verwertungsstandpunkt des Kapitals in Zusammenhang gebracht. Die Schule bereitet auch auf die Subjektanforderungen der – damals fordistischen – Arbeitsorganisation vor. Sie organisiert die scheinbar gerechte Zuweisung unterschiedlicher Lebenschancen und Berufslaufbahnen. Es wird zu fragen sein, wie sich diese Anforderungen im Neoliberalismus gewandelt haben. In „Lernen. Subjektwissenschaftliche Grundlegung.“ (1993) analysiert Holzkamp zudem, wie sowohl die traditionellen Lerntheorien als auch das Lernverständnis der Schule Lernen nicht als aktive Handlung der Lernsubjekte fassen, sondern als „Lehr-Lern-Kurzschluss“, als automatisches Nebenprodukt des Setzens von Lehrzielen.
In der zweiten Veranstaltung der Reihe „Bildung und Kapitalismus“ möchten wir gemeinsam mit Christina Kaindl theoretische Werkzeuge der Subjektwissenschaft nach Klaus Holzkamp und ergänzender Ansätze vorstellen und diskutieren. Diese scheinen geeignet, aktuelle Lernsituationen in ihrer oft widersprüchlichen Verfasstheit nach verhindernden und befördernden Momenten zu unterscheiden. Gemeinsam mit dem Publikum möchten wir darüber hinaus die Möglichkeiten für widerständige Praktiken ausloten, die sich aus diesen Umstrukturierungen ergeben könnten
Do. 29.01.09, 18h
Centro Sociale
Schule im Kapitalismus
Schule macht (so gut wie) niemandem Spaß: Rumsitzen, auswendig lernen, Arbeiten schreiben, sitzen bleiben. Für viele Schülerinnen und Schüler bedeutet Schule hauptsächlich Stress, Überforderung und Zeitverschwendung – aber angeblich soll ja wenigstens was ‚für‘s Leben‘ bei rauskommen. Im November 2008 gab es bereits einen bundesweiten Schulstreik an
dem sich sehr viele Schülerinnen und Schüler beteiligt und ihren Unmut über das bestehende Schulwesen auf die Strasse getragen haben.
Warum wir nicht für‘s leben sondern für unsere Verwertung auf dem Arbeitsmarkt lernen, ob alternative Schulformen was ändern würden und wie und wogegen Widerstand an den Schulen laufen kann, wollen wir gemeinsam diskutieren
Gemeinsam kämpfen!
Manchen mag es überraschen, aber aus gut unterrichteten Kreisen wissen wir, dass auch viele Lehrerinnen und Lehrer nicht einverstanden sind mit der Rolle, welche die Schule und damit auch Sie in der Gesellschaft einnehmen. Deshalb wollen wir an diesem Abend gemeinsam mit Schüler_innen, Lehrer_innen und Studierenden diskutieren.